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„Böhmen und mähr...“,
so heißt der Wettbewerb des Kultusministeriums, an dem sich die Further
Realschüler beteiligten, einige auch an den ausgeschriebenen
Kreativwettbewerben. Ziel des Wettbewerbs „Die Deutschen und ihre östlichen
Nachbarn“, der seit mehr als 25 Jahren vom Bayerischen Kultusministerium
durchgeführt wird, war es diesmal, die 1000 Jahre Nachbarschaft von
Deutschen und Tschechen mit dem Schwerpunkt 20. Jahrhundert historisch zu
erforschen. Eine Gruppe der Further Realschule war dabei
besonders erfolgreich. Mit ihrem eigenständigen Beitrag haben sie die
Jury überzeugt und sind in die bayerische Endausscheidung der Altersstufe
A3 gekommen. Sie haben ein weniger angenehmes Kapitel der
deutsch-tschechischen Nachbarschaft, nämlich die Flucht und Vertreibung
der Deutschen nach dem 2. Weltkrieg, beleuchtet. Da Furth in besonderer
Weise davon betroffen war, bot sich dieser thematische Schwerpunkt an. |
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Die
Schüler der 8c überreichen Bürgermeister Macho die CD-ROM. |
Die Projekteilnehmer – eine IT-Gruppe der Klasse
8c – haben, angeregt und unterstützt durch ihren IT- und
Geschichtslehrer J. Mühlbauer, nach Spuren gesucht, die die Vertriebenen
in der Stadt hinterlassen haben. Im
Mittelpunkt des Internetprojektes steht ein interaktiver Stadtplan, in dem
über so genannte „Hotspots“ Punkte von Bedeutung aufrufbar sind. Als
Beispiel wäre hier das Durchgangslager für die Vertriebenen in der
Bahnhofstraße zu nennen. Bürgermeister Macho gibt in einem
digitalisierten Video - Interview darüber Auskunft, wie er selbst die
Vertreibung erlebte. Weiterhin sind die Stiftungen und Gedenkmale des
Heimatkreises Bischofteinitz sowie Straßen, die ihren Namen ehemaligen
Orten der Deutschen jenseits der Grenze verdanken, auf Web-Seiten
dargestellt. Bürgermeister Macho und der ebenfalls anwesende
Ortsvorsitzende der Sudetendeutschen Landsmannschaft, Anton Bayer, zollten
den Schülern Anerkennung für den originellen Beitrag und die
anspruchsvolle technische Umsetzung. Der Bürgermeister versprach,
Material für die Erweiterung der Seiten zur Verfügung zu stellen.
Angedacht wurde auch die Produktion von CD-ROM für das Museum der
Bischofteinitzer und deren Heimattreffen, das alle zwei Jahre von mehreren
tausend Besuchern in Furth in Wald besucht wird. Die Opfer der
Vertreibung, deren Nachkommen sowie alle am Thema Interessierten können
mit Hilfe der interaktiven Karte schnell die Orte in Furth finden, die für
die Stadtgeschichte und die mehr als 700 000 vertriebenen
Sudetendeutschen, die über Furth im Wald ausgesiedelt wurden, von
Interesse sind. Das ganze Projekt kann auf der Homepage der Further
Realschule (www.realschule-furth.de) eingesehen werden.
Dass die Schüler nicht nur computertechnisch durch
das Projekt hinzugelernt, sondern auch ihr Geschichtswissen erweitert
haben, zeigt die Tatsache, dass die 13-/14-Jährigen beispielsweise zu
Beginn des Projekts nicht wussten, dass das tschechische Folmava, das
heute von Spielkasinos und Tankstellen geprägt ist, vor 1945 das deutsche
Dörfchen Vollmau war. Ende Juli werden die beteiligten Realschüler in
der Abschlussveranstaltung des Wettbewerbs das Projekt noch einmal vor
einem größeren Publikum präsentieren. 140 Schüler und ihre begleitenden Lehrkräfte aus
ganz Bayern nehmen vom 25. bis 27. Juli in Furth im Wald die Preise
entgegen. Mit Spannung sehen die Further Realschüler der 8c
diesem Termin auch deshalb entgegen, weil erst da das Geheimnis gelüftet
wird, welchen Preis sie erhalten werden. Zudem erwartet man den neuen Kultusminister
Siegfried Schneider zur Preisverleihung in der geschichtsträchtigen Stadt
Furth im Wald. |
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